Kirche Mahlwinkel

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Die Kirche, Filial von Cobbel, brannte am 24. August 1857 nieder und wurde bis 1860 neugotisch in Backstein wieder aufgebaut. Besonders auffällig ist die aus roten Ziegeln errichtete Turmkonstruktion, bestehend aus dem Kirchturm und zwei im Süden und Norden angrenzenden schlanken Treppentürmen, die den Kirchturm deutlich überragen. Die beiden Treppen muten fast orientalisch an. Fachleute meinen, das Ostwerk der Kirche mit Kirchturm wäre sehr eindeutig in Anlehnung an das Kloster Unserer lieben Frauen in Magdeburg errichtet.

Gotthilf Große in Dresden gegossen. Auf der Glocke steht neben dem Bildnis eines Engels ein Vers aus dem Psalm 34 auf dem Glockenrand: "Siehe des Herrn Auge sieht auf die, so ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen." Im Westen wird die Kirche durch einen kleinen Chor mit fünfseitigem Schluss begrenzt. Die Außenwände wurden aus Feldsteinmauerwerk errichtet. Dieses wurde mit sehr schönen und aufwendigen Zierelementen versehen, so dass sich ein Umgang um die Kirche lohnt. Mit der neuen Kirche leistete man sich ein durchaus repräsentatives Bauwerk, das in seiner äußeren Erscheinung in dieser Landschaft höchst ungewöhnlich ist. Das erste auffällige Merkmal ist die "falsche" Ausrichtung der Kirche. Der Altarraum ist nicht wie üblicherweise nach Osten ausgerichtet, sondern nach Südwesten, während die Türme nach Nordost stehen. Erklärt wird das damit, dass es der Standort nicht anders zuließ, weil sonst die Rückseite zur Straße hin gestanden hätte. Beim Betreten der Kirche geht es zwei Stufen hinauf, während in allen anderen Kirchen die Stufen nach unten führen.

Sie ist ein rechteckiger gotisierender Saalbau mit eingezogener polygonaler Apsis im Südwesten und imposanter Turmfront nach Nordosten. Der rechteckigeTurm hat ein giebelständiges Glockenhaus mit runden seitlichen Treppentürmen.

Innen befindet sich eine leicht gewinkelte Holzbalkendecke und Ostempore. Der Flügelaltaraufsatz stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert. Der Legende nach soll er von den letzten Hofhirten aus dem zerstörten Dorf Kaldenhausen mitgenommen und in der Feldmark vergraben worden sein. Später sei er gefunden und in die Kirche von Mahlwinkel gebracht worden. Damit müsste er aber auf alle Fälle schon vor 1499 existiert haben, denn das Dorf Kaldenhusen wurde schon vor 1499 als "wüst" bezeichnet. Historische Quellen hierfür gibt es jedoch nicht. Die mit seiner Wiederherstellung beauftragten Restauratoren aus Halle zweifelten das jedoch stark an, denn der Flügelaltar wäre bei weitem nicht so gut erhalten gewesen, wenn er sich über einen so langen Zeitraum hinweg im Erdreich befunden hätte. Sie vermuten als Entstehungszeit des Altars eher die Jahre zwischen 1520 und 1550.

Der Mittelteil des Altars wird von einer Marienfigur bestimmt. Maria ist dargestellt im Strahlen- und Rosenkranz auf blauem Hintergrund. Auf dem Kopf trägt sie die Krone. In der katholischen Tradition ist Maria die Himmelskönigin. Sie wird selbst eine "himmlische Rose" genannt. In der einen Hand hält sie das Zepter mit der anderen hält sie das Jesuskind, das seinerseits eine Kugel mit den Händen umfasst. Dies könnte die Weltkugel symbolisieren. Zepter und Kugel sind Insignien der Macht. Der Maria zur Seite stehen zwei Frauengestalten. Von vorn gesehen stellt die linke Figur die heilige Katharina dar, die rechte Figur wird der heiligen Barbara zugeordnet.