Kirche Bertingen

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Die Kirche ist ein kapellenartiger Neubau von 1571.

Die Jahreszahl steht über der Tür.

Sie ist ein Rechteck mit jederseits drei großen Rundbogenfenstern und ebensolcher Südtür, welche unmittelbar in einen halbrunden Chor mit ebenfalls drei Fenstern übergeht.

Ein feingliedriges Dachgesims geht ringsum. Der quadratische Westturm ohne Verband mit dem Schiff ist Fachwerk, zweigeschossig mit regelmäßigen Eckstreben, gedrückter Haube und Laterne.

Bei der damaligen Umsiedlung des Ortes nahm man als Andenken an den alten Wohnsitz die eichene Kirchentüre mit, schnitzte die Jahreszahl 1571 ein und baute sie in die neue Kirche wieder ein.

Die Kirche erhielt erst 1723 als Anbau einen Turm aus Fachwerk. Der vordere rechte, südliche Eichenschaft, vom Boden bis zum Dach reichend, brach beim Aufstellen entzwei und musste durch Eisenklammern geflickt werden.
Die Wetterfahne ist von anno 1737.

Über der Flachbogentür auf den Sturz ist eingeschnitten: IM JAHR CHRISTI 1723 DEN 15. AVGVSTII
Das Innere mit durchgehender Flachdecke ist völlig kunstleer.

Vor der Restaurierung existierte eine Säule mit schön geschnitztem Kapitäl getragene Kanzel.

In der Kirche befindet sich noch heute eine Fahne, die zu Ehren von drei aus den Freiheitskriegen (1813/14) zurückgekehrten Soldaten von den Frauen des Dorfes gestickt und am 18. Januar 1816 auf einem Friedensfest geweiht wurde.
Die Fahne hat alle Wirrnisse überstanden, und das weißseidene Tuch mit den Stickereien in Schwarz und Silber ist noch gut erhalten. Am unteren Rand der Fahne liest man u. a. folgende Inschriften: „Der Gott, der uns nach blutigen Kriegen beschenkt hat mit dem edlen Frieden, der uns aus tiefster Noth erhob dem sei Preis, Ehr, Dank und Lob.“ „Zur Friedensfeier 18. Januar 1816“ „Wiederhergestellt 1902 von den Enkeln und Urenkeln der Stifterinnen: Friedrich Wöge, Wilhelm Wöge, Ernst Görtz.“ Die Glocken sind von 1802 W. Engelcke und 1850 von Becker aus Halle.